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Butterfly Blues (Henning Mankell)

u.a. Oldenburgisches Staatstheater

2004

Butterfly Blues


Szenen aus dem Leben von zwei illegalen Immigrantinnen

Es spielt die Gruppe Kelele: Marion Campbell, Miriam Ibrahim, Ron Matz, Michael Kulik, Lana Osafo-Gyimah, Eva Heitsch, Joe Gyamfi-Schieler, Phillipe Blair

Regie: Hanno Nehring; Produktion: Theatergrund e.V.

Inhalt:
Die Afrikanerinnen Ana & Sara verlassen ihre Familien und ihre Lebensgeschichte in ihrer Heimat, um in Europa ihr Glück zu suchen.

Doch der Weg in das vermeintliche Paradies erweist sich als Konfrontation mit einer Gesellschaft, die die Wehr- und Hilflosigkeit der beiden grausam ausnutzt und sie zur Selbsterniedrigung , Kriminalität und Prostitution zwingt.
Mit "Butterfly Blues" ist Henning Mankell ein Stück gelungen, das - wie ein Blues - voller Humor von traurigen Dingen redet.

Mankell: "Ein Schmetterling kann frei über die Grenzen fliegen, in jedes x-beliebiges Land; er braucht keinen Pass. Niemand kann sagen: Diese Grenze darfst du nicht passieren!"

Gefördert durch: Kulturbehörde Hamburg, AKWD, NUE, Stiftung Umverteilen, Landeszentrale f. politische Bildung, Katholischer Fonds Eine Welt.


Kritik


Freiheit ist teuer

Die Afrikanerin Ana sucht einen Platz, wo sie willkommen ist. Ihr Vater ist ermordet worden und sie kann in ihrer Heimat an keine Zukunft mehr glauben. Sie will leben und zwar dort, wo sie Möglichkeiten für sich sieht: in Europa. Als sie im Flugzeug sitzt, hofft sie, dass nun alle Chancen vor ihr liegen mögen. Doch an der Küste steht niemand und wartet auf sie. Zusammen mit ihrer Schwester Sara landet sie in einem spanischen Auffanglager mit hohen Mauern, die sie von Europa fernhalten sollen. Dort können sie das Rasseln der Ketten hören, die ihre Träume festhalten. Diese Sehnsüchte heißen Europa. Doch die Freiheit ist teuer. Sie können aus dem Lager fliehen und sind ab jetzt unsichtbare Illegale, die eigentlich gar nicht existieren dürften. Als Frauen sind sie außerdem stets der Gefahr ausgesetzt mit ihrem Körper und ihrer Seele dafür zu bezahlen zu müssen, wofür sie kein Geld haben. Sara landet in einem Bordell und Ana handelt mit geklauten Handys. Ihr ungebrochener Lebenswille, der abgeschnittene Rückweg und viele Illusionen treiben die Frauen an.

Regisseur Hanno Nehring lässt den Weg der beiden Frauen kurzweilig auf der Bühne des Monsuntheaters Revue passieren. Das gemischte Ensemble aus weißen und schwarzen Darstellern spiegelt deren Unterschiedlichkeit wieder. So besitzen Marion Campell als Ana und Lana Osafo-Gyimah und Philippe Blair als ihre Eltern eine sanfte, tiefsinnige und tief emotionale Ausstrahlung, mit der die zur Schau getragene Oberflächlichkeit einiger anderen Rollen kontrastiert. Der bilderreiche und poetische Text des Autors Henning Mankell scheint besser zur ersten Art zu passen. Doch vielleicht sollte hier kritisch einer Kulturdifferenz Ausdruck verliehen werden?

Das spannende Stück stößt im Altonaer Hinterhoftheater auf großes Publikumsinteresse. Die Zuschauer zeigten sich von den engagierten Darstellern und der anregenden Inszenierung begeistert.


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